Der Bundestag hat die Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld erneut um ein Jahr verlängert. Unternehmen können somit auch im neuen Jahr ihre Beschäftigten bis zu zwei Jahre lang mit Kurzarbeitergeld unterstützen. Die Verordnung wurde vom Bundeskabinett auf Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) beschlossen und gilt bis zum 31. Dezember 2026.
Mit dieser Maßnahme reagiert die Bundesregierung auf die anhaltend angespannte Wirtschaftslage, die vor allem durch unsichere Handelsbeziehungen und geopolitische Risiken geprägt ist. Konkret benennt der vorliegende Verordnungsentwurf Herausforderungen wie die „sprunghafte Handels- und Sicherheitspolitik der USA“ sowie den „restriktiveren Export von Seltenen Erden seitens Chinas“.
Bundesarbeitsministerin Bas betont die Bedeutung der Verlängerung: „Wir schützen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit und sichern ihre Einkommen.“ Gleichzeitig eröffnet die Regelung Unternehmen die Möglichkeit, frei werdende Arbeitszeitkapazitäten für Weiterbildungsmaßnahmen zu nutzen. Damit setze die Politik auf den Schutz vorhandener Arbeitsplätze statt auf Kündigungen.
Die Bundesagentur für Arbeit rechnet infolge der Verlängerung mit Mehrausgaben von rund 180 Millionen Euro. Im September 2023 erhielten bereits 209.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld, was zeigt, dass die Unterstützung weiterhin ein wichtiges Instrument zur Überbrückung von Auftragsflauten darstellt.
Die Gewerkschaft IG Metall begrüßt die Entscheidung ausdrücklich. IG-Metall-Chefin Christiane Benner wertet die Verlängerung als „wichtige Brücke über wirtschaftliche Talsohlen“ und betont, dass durch Kurzarbeitergeld Beschäftigte wirksam vor Arbeitslosigkeit geschützt werden können. Die Regelung schaffe zudem eine hohe Planungssicherheit für Betriebe in unsicheren Zeiten.
Die Verlängerung sichert somit den Fortbestand eines bewährten Instruments, mit dem Wirtschaftsunternehmen und Beschäftigte flexible und verlässliche Unterstützung erhalten, um auch in herausfordernden Phasen handlungsfähig zu bleiben.
