Die Welle der Umstrukturierungen durch Künstliche Intelligenz (KI) und wirtschaftlichen Druck trifft zunehmend die oberen Führungsebenen in Unternehmen. Immer mehr Managerinnen und Manager verlieren ihre Stellen, da Konzerne Vorstände verkleinern und Zwischenebenen im Management reduzieren. Besonders betroffen sind mittlere Führungskräfte in Bereichen wie Controlling, Personalwesen, Einkauf und Marketing. Dort führen Unternehmensrestrukturierungen häufig zur Zusammenlegung von Abteilungen, wodurch Gruppen- und Bereichsleiter überflüssig werden.
Der Wandel ist deutlich spürbar. Das trotz wachsender Anforderungen und Verantwortlichkeiten schrumpfende Angebot an Führungspositionen lässt den Jobmarkt für Manager enger werden. Viele Unternehmen rechnen mit deutlich kleineren Führungsteams und einer schlankeren Hierarchie, um agiler auf die Herausforderungen von KI und disruptiven Technologien reagieren zu können.
Der Stellenmarkt für Top-Manager in Deutschland zeigt dies klar: Von Januar bis Oktober 2025 sank die Zahl der ausgeschriebenen Positionen in diesem Segment um rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit fällt es selbst erfahrenen Führungskräften schwerer, neue Anstellungen zu finden.
Hintergrund sind kaum neue Führungsposten. Statt Stellen neu zu schaffen, wählen Unternehmen zunehmend den Abbau von Ebenen und leichtere Entscheidungsstrukturen. Künstliche Intelligenz übernimmt Aufgaben, die zuvor von mehreren Managern koordiniert wurden. Zudem führt die Digitalisierung zu einer Automatisierung vieler Prozessabläufe, die den klassischen Führungsbedarf verringert.
Die wirtschaftliche Unsicherheit durch Marktvolatilität, Lieferkettenprobleme und geopolitische Spannungen verstärkt diesen Trend. Firmen setzen verstärkt auf Effizienz und Kostensenkungen – häufig auf Kosten des mittleren und oberen Managements. Die Verknappung von Führungsstellen sorgt für einen harteren Wettbewerb unter Führungskräften.
Experten raten Managerinnen und Managern, sich stärker auf digitale Kompetenzen, KI-Verständnis und agile Führungsstile zu konzentrieren. Nur so lassen sich die Chancen in der neuen Arbeitswelt nutzen. Klassische Managementaufgaben verlieren an Bedeutung, während die Fähigkeit zur Transformation und zum Umgang mit KI-gestützten Systemen wichtiger wird.
Die Transformation fordert eine neue Art der Führung. Unternehmen reorganisieren sich, Hierarchien werden flacher. Für viele Führungskräfte bedeutet das den Verlust ihres altbewährten Jobs. Zugleich eröffnet sich ein Wandel mit neuen Anforderungen und Fähigkeiten. Eines bleibt aber klar: Die Zeiten für Manager sind härter geworden.
