Rund neun Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten während der Weihnachtstage und an Neujahr. Das zeigt eine aktuelle Befragung, die deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Branchen aufzeigt. Besonders zwischen Ost- und Westdeutschland variieren die Zahlen stark. Familien mit geringem Einkommen sind häufiger von Arbeitseinsätzen an den Feiertagen betroffen als besserverdienende Haushalte.
In den Tagen rund um den 24. Dezember sind vor allem die Branchen Verkehr, Logistik und Handel stark belastet: Bis zum Nachmittag des Heiligabends sind dort mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im Einsatz. Diese Arbeiten sind notwendig, um den Weihnachtsverkehr zu organisieren, Lieferketten aufrechtzuerhalten und den Einkauf vor dem Fest abzuschließen.
Am Silvesterabend zeigt sich ein anderes Bild: Hier dominiert die Gastronomie. Fast 28 Prozent der Beschäftigten in diesem Bereich arbeiten an dem Tag, um die zahlreichen Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu betreuen. Besonders in urbanen Gebieten ist die Nachfrage hoch, was den Personaleinsatz an diesem Tag verstärkt.
Die Belastung an den Feiertagen sorgt bei betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern für zusätzliche Stressfaktoren, da soziale und familiäre Kontakte dadurch eingeschränkt werden. Arbeitgeber stehen hier vor der Herausforderung, einerseits den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und andererseits die Belastung ihrer Beschäftigten gerecht zu verteilen.
Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland könnten auch mit der Wirtschaftsstruktur und der Verteilung der Branchen zusammenhängen. Während im Westen mehr Dienstleistungsbetriebe angesiedelt sind, die flexibel agieren, befinden sich im Osten zum Teil stärker auf Produktion und Verkehr fokussierte Unternehmen, die auch an Feiertagen funktionieren müssen.
Insgesamt verdeutlicht die Befragung die Bedeutung von branchen- und regionalspezifischen Ansätzen bei der Gestaltung der Arbeitszeiten an Feiertagen. Ebenso wird die soziale Dimension sichtbar, die bei der Planung von Arbeitseinsätzen an Heiligabend, Weihnachten und Neujahr berücksichtigt werden sollte.
