Marcel Kowalksi, 25 Jahre alt und Student, hat sich einen ungewöhnlichen Nebenjob gesucht: Als Weihnachtsmann besucht er in der Adventszeit Kitas, Altenheime und Firmenfeiern. Sein Stundenlohn liegt bei beachtlichen 100 Euro. Für ihn ist dieser Job nicht nur ein lukrativer Verdienst, sondern auch eine Möglichkeit, Menschen in der Vorweihnachtszeit Freude zu bereiten.
Der Aufwand ist allerdings nicht zu unterschätzen. Für das Kostüm und die Requisiten hat Marcel rund 800 Euro investiert. Er hofft, dass sich diese Ausgaben durch die Einnahmen bald amortisieren. Mit professioneller Ausrüstung will er bei seinen Einsätzen auftrumpfen: Das rote Samtkostüm ist detailgetreu, ein hochwertiger, kunstvoll gearbeiteter Bart und passende Accessoires wie Stiefel, Handschuhe und ein Sack runden sein Erscheinungsbild ab.
Neben dem äußeren Erscheinungsbild kommt es Marcel vor allem auf die Haltung und den Umgang mit Kindern und Senioren an. „Es geht darum, eine authentische und sympathische Figur zu verkörpern, die Wärme und Freundlichkeit ausstrahlt“, sagt er. Auf Firmenfeiern kommt es auch darauf an, die Stimmung zu heben und Erwachsene gleichermaßen zu unterhalten.
Die Nachfrage ist groß: Bereits Wochen vor der Adventszeit erhält Marcel zahlreiche Buchungsanfragen. Besonders beliebt sind Auftritte in Kindertagesstätten und Altenheimen, bei denen er kleine Geschenke verteilt und kurze Geschichten erzählt. Für die Unternehmen ist der Weihnachtsmann-Besuch inzwischen ein fester Bestandteil der Weihnachtsfeier.
Einen typischen Arbeitstag eines Weihnachtsmannes gibt es bei Marcel nicht. Mal sind es kurze Einsätze von 30 Minuten bei einer Kita, mal ein ganzer Abend bei einer Weihnachtsfeier mit mehreren hundert Gästen. Die Flexibilität schätzt er, weil er sein Studium und den Job so gut kombinieren kann.
Doch die Rolle stellt auch Anforderungen: Geduld und Empathie sind ebenso gefragt wie ein spielerisches Talent. Dies hat Marcel sich in den letzten Jahren angeeignet, bevor er sich für diesen Nebenjob entschied. „Es macht mir Spaß, Menschen zu begeistern und gleichzeitig etwas dazu zu verdienen“, fasst er seinen Antrieb zusammen.
Die Liebesbeziehung zwischen Marcel und dem Weihnachtsmann scheint vielversprechend: Seine Investitionen, sein Engagement und die steigende Nachfrage lassen hoffen, dass bald mehr als nur das Kostüm rentabel sein wird.
